13 einfache Tipps wie du deine Hausstauballergie in den Griff bekommst

Triumph über die Hausstauballergie; Foto: Tirachard Kumtanom

Letztes Jahr im September hatte ich euch von meinem Besuch beim HNO-Arzt erzählt, der mit einem Allergietest geendet hat.
Ich wurde positiv auf zwei verschiedene Milbenarten getestet, sprich: Ich habe eine Hausstauballergie.

Mein Immunsystem reagiert nicht gerade zimperlich auf die kleinen Milbenscheißer. Letztes Jahr wachte ich jeden Morgen mit gereiztem Rachen und verstopfter Nase auf. Meine Schleimhäute waren phasenweise so zugeschwollen, dass sogar mein Geschmackssinn flöten gegangen ist, ähnlich wie bei einer Erkältung.

Nun ist etwa ein Jahr vergangen und ich möchte 13 Tipps mit euch teilen, die meine Allergie positiv beeinflussen.

Wie kann ich meine Beschwerden bei Hausstauballergie lindern?

Wie bei jeder Allergie wurde mir vom Arzt geraten, das Allergen zu meiden, damit das Immunsystem nicht auf Hochtouren ackert.
Das Meiden von Hausstaub gestaltet sich deutlich schwieriger als der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel oder Kosmetika. Ein strategisches Vorgehen scheint im ersten Augenblick unmöglich zu sein, denn Staub ist überall. Ü-ber-all!

Aber keine Sorge, ich habe mit einfachen Maßnahmen meine Allergie in den Griff bekommen.
Ein paar Anschaffungen (die teilweise sogar von Krankenkassen bezuschusst/übernommen werden) und einige geänderte Gewohnheiten im Alltag – mehr nicht, aber auch nicht weniger.

1. Staubfänger aussortieren

Die goldene Regel bei Hausstauballergie lautet: Keine unnötigen Staubfänger.

Das klingt nicht nur hart, das ist es auch. Es fällt nicht immer leicht, sich von Gegenständen zu trennen, I get you.
Aber wer Probleme mit Milbenscheiße hat, ist gut beraten so wenig Zeug wie möglich zu sammeln. Dazu gehören unter anderem Gardinen, nicht waschbare Sofakissen, Bettvorleger, Lampen mit Stoffschirm, offene Bücherregale – im Prinzip alles, was den Staub anzieht und festhält.

Wer sich nicht von geliebten Stücken trennen kann, sollte nach anderen Lösungen suchen:
Die Porzellankatzen-Sammlung sieht auch in einer geschlossenen Vitrine gut aus. Oder sie muss regelmäßig von Staub befreit werden. Meine offenen Bücherregale stehen inzwischen im Arbeitszimmer, statt im Wohnzimmer und sie werden häufiger abgestaubt als früher. In unserer Küche stehen auf den Oberschränken keine Flaschen oder Gläser mehr, weil man in der Regel selten Bock hat da oben kleinteiliges Zeug Abzustauben. You get the idea.

2. Encasings

Was mir große Erleichterung verschafft hat, ist das Beziehen aller Kissen, Decken und Matratzen mit Encasings.

Encasings sind schlicht und ergreifend Unterbezüge für Kissen und andere Wohntextilien.
Das Material hat eine sehr dichte Struktur und hält damit auch sehr feine Partikel zurück – inklusive Milbenkot.
Das bedeutet, die Milben werden mitsamt ihrer Ausscheidungen zwischen Kissenfüllung und Encasing eingeschlossen und euer Immunsystem rastet nicht aus während ihr schlaft und eure Nase ins Kissen drückt.

Bei uns zu Hause sind alle Wohntextilien mit Encasings bestückt: Kopfkissen, Bettdecken, der Topper des Boxspringbetts und die Sofakissen. Am teuersten war das Encasing für den Topper (ca. 50 Euro), die Kissenbezüge gibt es schon ab 8 Euro, die Bettdeckenbezüge für ca. 20 Euro.

Optisch sind Encasings übrigens nicht sichtbar. Die normalen Kissen-/Deckenbezüge werden über die Encasings gezogen.
Meine „richtige“ Bettwäsche ziehe ich alle 3-4 Wochen ab und wasche sie ganz normal.

Meine Encasings sind hygienisch waschbar bei 95°C, trocknergeeignet bei geringer Temperatur, atmungsaktiv, wasserdampfdurchlässig und schnelltrocknend.
Ich wasche meine Unterbezüge maximal 2x im Jahr. Zu häufiges Waschen kann die Materialstruktur schädigen und die Wirkung zunichte machen.

Für die Langlebigkeit eurer Encasings solltet ihr die Pflegehinweise des Herstellers eurer Wahl lesen und befolgen.

Ich habe diese Encasings angeschafft und bin damit sehr zufrieden:

Encasing für Kopfkissen von TAURO*
Encasing für Bettdecken von TAURO*
Encasing für Topper (Boxspringbett) von Allsana*

Encasings wurden mir im Übrigen vom HNO-Arzt empfohlen. Meine Krankenversicherung hat die Anschaffung übernommen, hier lohnt es sich in jedem Fall nachzufragen.

3. Staubsauger mit HEPA-Filter

Ihr habt schon einen Staubsauger, sagt ihr? Das dachte ich auch, bis ich mich wegen der Hausstauballergie gezwungenermaßen nochmal mit dem Thema Hardware fürs Staubsaugen auseinandersetzen musste.

HEPA ist die Abkürzung für High Efficiency Particulate Airfilter. Das heißt, der im Staubsauger integrierte Filter kann sogar kleine Staubpartikel filtern.
Warum ist das wichtig? Weil die ausgeblasene Luft eines „normalen“ Staubsaugers jede Menge von jenem Staub aufwirbelt, den ihr vorne eingesaugt habt. Das Staubsaugen funktioniert tadellos, aber mit einer Hausstauballergie ist es kontraproduktiv Staubpartikel durch die Luft zu pusten und neu zu verteilen.

Die Ausblasluft, die vorher durch einen HEPA-Filter muss, ist in der Regel sauberer ist als die normale Raumluft. Irre, oder?

Wir haben nach langem Vergleichen den Siemens VSQ8SEN72C Bodenstaubsauger* gekauft. Das Preis-Leistungsverhältnis (ca. 169 Euro) ist vernünftig und das Gerät ist relativ leise, hat ein langes Kabel und ist mit der bestmöglichen Staubemissionsklasse „A“ (laut Energie-Label (EU No. 665/2013)) ausgezeichnet.

4. Lüften und milbenunfreundliches Raumklima schaffen

Regelmäßiges Lüften sollte ohnehin Standard sein, aber mit einer Hausstauballergie solltet ihr gesteigerten Wert darauf legen.

Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 45-55%, die Zimmertemperatur zwischen 18 und 20 Grad betragen.
5-15 Minuten Stoßlüften, 3-4 Mal am Tag, ist optimal. Wir sind den ganzen Tag nicht zu Hause und Lüften entsprechend morgens und abends. Geht auch.

5. Swiffer Bodenwischer

Wir leben seit anderthalb Jahren in einer Wohnung mit Laminatfußboden.
Pro: Auf glatten Böden können sich die Staubpartikel nicht „festhalten“
Contra: Der Staub wird leichter durch die Gegend transportiert

Die Empfehlung des HNO-Arztes lautete Jeden Tag feucht wischen, aber ganz ehrlich? Bei uns daheim hat niemand Lust darauf jeden Tag nach der Arbeit den Putzeimer oder Staubsauger durch die Bude zu schubsen.

Also haben wir uns eine Alternative überlegt und einen Swiffer Bodenwischer* angeschafft. Damit wischen wir konsequent jeden Abend vor dem schlafen gehen den Schlafzimmerboden und je nach Bedarf die anderen Räumen. Absolute Priorität hat für mich der Schlafbereich – die anderen Bereiche der Wohnung werden 1-2 Mal in der Woche mit dem Staubsauger gereinigt.

Die antistatischen Tücher bekommt man übrigens gelegentlich bei Aldi (Süd) als Aktionsware. Wir decken uns damit immer ein, da die originalen Swiffertücher schnell ins Geld gehen. Die CopyCat Tücher sind genauso gut und kosten einen Bruchteil.

6. Staubwischen

Zum Staubwischen auf und in Schränken wird die Verwendung eines nebelfeuchten Lappens empfohlen. Das ergibt Sinn, da das feuchte Tuch den Staub besser „festhalten“ kann und somit weniger Partikel aufgewirbelt werden.

Ein antistatischer Feudel geht auch, je nachdem wie empfindlich ihr reagiert.

7. Klamottenwechsel nur im Bad

Vor meiner Hausstauballergie habe ich mir nie Gedanken darüber gemacht wo ich abends meine Klamotten ausziehe. Vor dem schlafen gehen habe ich meine Kleidungsstücke einfach auf einen Stuhl neben dem Bett geworfen und damit hatte sich die Sache.

Inzwischen weiß ich, dass man durch Aus- und Umziehen jede Menge kleiner Staubpartikel aufwirbelt. Ein Teil davon haftet an der Kleidung selbst, ein anderer wird durch den Luftzug der Bewegungen aufgewirbelt. Klingt lustig, ist aber wahr.

Meine Klamotten lege ich nur noch im Badezimmer ab. Was in die Wäsche gehört, landet direkt in der Wäschetonne, was nochmal angezogen werden kann auf dem Rand der Badewanne. So wirbele ich nur im Bad Staub auf und das Schlafzimmer bleibt frei von Klamotten, die nicht im Kleiderschrank leben.

Ob ihr Kleidungsstücke ein zweites Mal anziehen wollt hängt im Übrigen davon ab, wie allergisch ihr reagiert und überhaupt und sowieso. Ausprobieren.

Apropros Badezimmer: In eurem Föhn sammelt sich eine Menge Staub.
Klingt schräg, aber seht mal nach, ob ihr die hintere Kappe (sieht meist aus wie ein feines Sieb) abnehmen könnt. Der Staub bleibt nämlich nicht nur oberflächlich am Verschlussdeckel hängen, sondern auch unmittelbar dahinter.

Ich reinige meinen Föhn regelmäßig und nutze dabei ein Microfasertuch und ggf. Wattestäbchen.
Bitte: Nehmt den Haartrockner vom Strom, wenn ihr daran herumfriemelt und haltet ihn nie unter fließendes Wasser. Ein Stromschlag ist schlimmer als jede Allergie, also Obacht!

8. Kisten mit Deckel für den Kleiderschrank

Apropros Kleiderschrank: Der Boden des Kleiderschrankes ist eine der liebsten Spielwiesen von Staub.

Natürlich hilft es, den Kleiderschrank regelmäßig auszuwischen oder auszusaugen.
Aber sind wir mal ehrlich: Wir alle haben diese Kleidungsstücke, die einfach im Schrank liegen. Seien es Schals und Mützen oder aber die Lieblingshose, die seit einem halben Jahr zu eng ist (aber trotzdem nicht weggegeben wird).

Für diese Kleidungsstücke habe ich im Baumarkt durchsichtige Boxen mit Deckel* gekauft.
Darin wohnen nun saisonale Accessoires und andere Dinge, die nicht so oft aus dem Schrank gezerrt werden.

Anmerkung am Rande: Den Kleiderschrank sauge ich natürlich trotzdem regelmäßig aus.

9. Sofa absaugen, mit Polsterbürste

Was im ersten Moment absurd klingt, hilft mir sehr gut: Ich sauge jede Woche unser Sofa mit der Polsterdüse ab.

Unser Staubsauger (siehe Punkt 3) hat eine extrabreite Polsterdüse und eine Saugkraftstufe, die extra schonend für Polstermöbel ist. Ja, das ist extra Arbeit, aber wir sprechen von maximal 5 Minuten, wenn überhaupt.

Manche Leute empfehlen die Polstermöbel mit Anti-Milben-Spray zu behandeln, aber davon halte ich nichts. Das heißt nicht, dass ihr es nicht ausprobieren könnt! Ich für meinen Teil möchte nicht, dass sich unser Sofa verfärbt, der Stoff anderweitig geschädigt wird oder den Geruch eines Sprays annimmt. Zumal diese Produkte in der Regel nur die lebendigen Milben abtöten – der Kot bleibt dennoch im Polster zurück und müsste abgesaugt werden.

Im Übrigen verwende ich aus diesen Gründen auch keine Anti-Milben-Waschmittel oder Waschzusätze.

10. Teppiche absaugen

Was für den Rest der Wohnung gilt, gilt natürlich auch für Teppiche.

Bettvorleger haben wir verbannt, aber die Teppiche im Ess- und Wohnzimmer werden jede Woche abgesaugt. Ich hoffe, dass ihr das auch macht, wenn ihr keine Hausstauballergie habt. Erwähnen wollte ich es trotzdem.

Fun Fact: Solltet ihr eine Fußbodenheizung haben, sind eure Teppiche mit hoher Wahrscheinlichkeit deutlich weniger (bis gar nicht) milbenbelastet.

11. Betten nicht machen, sondern auftürmen

Ein Punkt, der meinem inneren Monk zunächst widerstrebte: Morgens solltet ihr euer Bett nicht ordentlich machen, sondern die Decken und Kissen aufschütteln und locker auftürmen.

Warum?
Wenn ihr die Bettdecken mit zuviel Restwärme zusammenfaltet schafft ihr ein Paradies für Milben, deren Population bei der Wohlfühltemperatur explodiert. Mit Encasings sollte es kein größeres Problem sein, aber hey – man tut was man kann, um die kleinen Scheißer möglichst nicht zur Vermehrung einzuladen.

12. Luftreiniger

Wir haben nun also schon so ziemlich alle Kniffe durch, was das Reinigen der Wohnung angeht. Aber was ist eigentlich mit der Luft? Man schlägt die Bettdecke zurück und schon sieht man die Staubpartikel durch die Luft tanzen.

Über den Punkt, ob man einen Luftreiniger braucht lässt sich gewiss streiten.
Wir haben einen HEPA Luftreiniger* gekauft, der nur im Schlafzimmer zum Einsatz kommt.
Die Anschaffungskosten (ca. 195 Euro) sind recht hoch, für uns ist es aber eine lohnende Investition gewesen.

Ein solches Gerät filtert Allergene aus der Luft und ich habe die positive Erfahrung gesammelt, dass es eine zusätzliche Unterstützung ist, um den Schlafbereich so allergenfrei wie möglich zu bekommen.

13. Kein Ventilator

Wenn es der Wettergott gut mit uns meint und einen richtigen Sommer vorbeischickt, freut man sich über den Ventilator, der einem ein laues Lüftchen entgegenpustet, richtig?

Mit einer Hausstauballergie solltet ihr im Idealfall auf einen Ventilator verzichten. Ich habe euch davor gewarnt, dass es hart wird! Aber glaubt mir: Ein Ventilator wirbelt Staub auf und meist sammelt sich in den Lamellen des Ventilators auch jede Menge davon. Den bekommt man nur schwer aus dem Gerät und verteilt damit sozusagen Bonus-Staub.

Fazit

Es versteht sich, dass es nie möglich sein wird eine Wohnung allergenfrei zu bekommen, wenn wir über Hausstaub reden.

In jeder Wohnung ist Staub, egal wie gut oder schlecht man putzt (then again: Schlecht putzen ist ziemlich dumm, wenn man allergisch auf Milbenkacke reagiert). Man kann also an der Existenz des Staubes nichts ändern, aber sehr wohl ändern lässt sich das eigene Verhalten.

Ihr müsst auch nicht alle Möbel auf den Sperrmüll stellen, eure Bücherregale verbrennen und ein neues Sofa kaufen.
Es gibt Durchaus die Möglichkeit, sich mit der Allergie zu arrangieren, ohne einen Kredit aufnehmen zu müssen.

Mir helfen diese 13 Tipps meine Allergie einzudämmen.
Klar gibt es Tage, an denen ich trotz allem eine verstopfte Nase habe. Es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, dass die Allergie verpufft wäre. Aber die Beschwerden halten sich in Grenzen, mein Geschmackssinn funktioniert wieder einwandfrei und ich habe meine Lebensqualität wiederhergestellt.

*Partner-Link

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Written by Laura

liebt es in der Küche herumzuwurschteln, ganz besonders wenn es ums Backen geht.

Glutenfrei seit Januar 2014, laktose- und weizenfrei seit September 2010.