Im zweiten Teil von „Glutenfreies Essen in Irland“ möchte ich euch von Dublin berichten.

Dublin ist die Haupt- und größte Stadt Irlands. Kein Vergleich zu den kleinen Städten, die wir ansonsten im Süden der Insel gesehen haben. Mit knapp über 500.000 Einwohnern eine ordentliche Großstadt, in der es überall wuselig und voller Menschen ist. Da Dublin die letzte Station unserer Reise war, war es fast schon ein Schock, so viele Menschen auf einem Haufen zu sehen, nachdem wir eine Woche lang in kleinen Städten und Städtchen unterwegs waren ;)

Ich möchte euch gern mehr erzählen, aber auf dem Blog hier werde ich mir wirklich „nur“ auf meine Essenserlebnisse beschränken. Aus Gründen. Die Tage folgt auf meinem anderen Blog aber noch ein Reisebericht, wo ihr nachlesen könnt, wie es sonst so war – wir haben schließlich nicht nur gegessen!
Kulinarisch haben wir in der Hauptstadt drei Stationen durchlaufen: das Burger Restaurant „Bunsen„, das mexikanische Restaurant „Tolteca“ und am Flughafen die „Alcock & Brown Sandwich Bar„.

Burger bei Bunsen, 36 Wexford Street, Dublin 2

Wenn ihr nach Dublin kommt, müsst ihr unbedingt dem Burgerladen „Bunsen“ einen Besuch abstatten. Die Speisekarte ist dort so klein, dass sie auf eine einfache Visitenkarte passt, dafür sind alle Burger und Pommes handgemacht und es gibt eine „glutenfree option„. Ich habe den normalen Hamburger gewählt und damit auch den Käse umgangen.

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Wer hier einen glutenfreien Burger bestellt, bekommt tatsächlich einen richtigen Hamburger, der in einem tollen glutenfreien Brötchen ist.
Das Fleisch ist – wie sollte es anders sein – ist Irish Beef, super frisch und verdammt lecker. Man wird hier sogar gefragt, wie man sein Fleisch gebraten haben möchte. Meine Wahl fiel auf „medium“ und ich war restlos begeistert. Mein Burger war saftig und innen noch leicht rosa – perfekt!
Und ja: Die Fritten sind wirklich handgeschnitzte Kartoffeln, die frisch frittiert werden! Awesome!
Falls euch die Preise abschrecken sollten, kann ich euch versichern, dass es jeden Euro wert ist. Und wo bekommt man sonst schon glutenfreie Burger?

Die Bedienung war sehr kompetent im Thema glutenfrei und hat mich extra darauf hingewiesen, dass sie in der gleichen Küche auch glutenhaltige Burgerbrötchen verwenden und sie deswegen nicht dafür garantieren, dass keine Kontamination stattfindet. Sie hat mich gefragt, ob ich dennoch bestellen möchte, weil sie weiß, dass es Leute gibt, die auch potenziell kontaminierte Produkte nicht essen dürfen. Da ich als „nur-Allergiker“ auf Kontamination nicht achten muss, war das kein Problem. Aber es hat bei mir schwer Eindruck gemacht, dass sie darauf hingewiesen hat.

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Glutenfreier Burger im Burger Restaurant „Bunsen“ in Dublin

Burrito Bowl im Tolteca, 21 Suffolk Street, Dublin 2

Ich hatte im Internet gelesen, dass es im „Tolteca“ leckeres mexikanisches Essen mit „glutenfree options“ gibt. Das Konzept des mexikanischen Take-Aways funktioniert so, dass man sich einen Burrito, eine Fajita oder Tacos mit individueller Füllung zusammenstellen kann. Das Ganze erinnert an einen Subways, wo man sich den Belag für sein Sandwich selbst aussucht. Man kann zwischen unterschiedlichen Schärfegraden von mild bis sauscharf wählen und von Gemüse bis Fleisch alles in seinen Burrito packen lassen.

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Da ich nun von glutenfreien Möglichkeiten gelesen und im Supermarkt glutenfreie Wraps entdeckt hatte, bin ich davon ausgegangen, dass es im „Tolteca“ eine Möglichkeit gibt, einen glutenfreien Burrito zu bekommen.
Leider stellte sich vor Ort dann heraus, dass das nicht der Fall ist. Glutenfrei sind lediglich die Taco Schalen (aus Mais, die die wir hier auch kennen) und die „Burrito Bowl„.
Ich entschied mich für die Burrito Bowl und verkünde hiermit mit Bedauern, dass dieses Essen für mich zu den Enttäuschungen gehörte.

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Burrito Bowl in der Tolteca Bar, Dublin. Irish Beef, Reis, Tomatensalat, Blattsalat und glutenfreie Nachos

Dass man in einem Take Away (sprich, es ist mehr eine Art Imbiss, wo man sein Essen entweder mitnimmt oder aber auch dort im Laden verzehren kann) keine Optik geboten bekommt wie in einem reinen Restaurant – geschenkt. Bei Bunsen war der Burger schließlich auch nur auf einem Tablett, also alles cool.
Was mir allerdings überhaupt nicht gefallen hat war, dass das Essen ziemlich kalt und höllisch scharf war.

Ich habe beim Zusammenstellen mehrfach gefragt, welche Zutaten aus der Salatbar mild sind, weil ich nicht zu scharf essen möchte. Die Bedienung hat mir genau erklärt, dass der Tomaten- und Maissalat überhaupt nicht scharf sei und ich dann bloß besser keine der Soßen nehmen soll, weil die alle ziemlich scharf sind. Auf diese Aussage habe ich mich verlassen und den Tomatensalat gewählt.
Das Ganze war allerdings dennoch so scharf, dass ich es nicht essen konnte.
Ich habe nur das Fleisch und den Löffel Reis rausgepickt und den Rest hat der Liebste zu seiner eigenen Burrito Bowl gegessen.

Hier war die „glutenfree option“ für mich ein ziemlicher Reinfall, jedenfalls wenn man mit falschen Vorstellungen in den Laden geht.
Zusätzlich fand ich nicht lecker, dass das Essen generell lauwarm bis kalt serviert wird.
Wer gern scharf isst, kann hier einen Abstecher wagen, aber Vorsicht: very hot!

Alcock & Brown Sandwich Bar am Dublin Airport, Terminal 1

Die Alcock & Brown Bar war unsere letzte Station in Dublin, unmittelbar vor dem Abflug. Auf der Karte im Fenster stand, dass es hier glutenfreie Nudeln und auch andere warme Gerichte gibt, sowie glutenfreie Sandwiches.
Da es in Irland ziemlich viele Sandwichbars gibt und wir die komplette Woche über relativ häufig lecker belegte Brote verschiedenster Art gegessen haben, klang diese Location nach einer willkommenen Abwechslung.

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An der „heißen Theke“ waren die bedienenden Jungs dann leider doch nicht so fit, was die glutenfree options anging. Ich fragte zunächst nach glutenfreien Gerichten, woraufhin man mich an das „boef stroganoff des Tages“ verwies, aber von der glutenfreien Pasta wussten sie erstmal nichts. Auf Nachfrage hieß es dann, es gäbe welche, allerdings müsse ich 10 Minuten warten. Das wäre kein Problem gewesen, aber sicherheitshalber habe ich direkt nach den verfügbaren Soßen gefragt. War eine sehr gute Idee, denn auch hier gab es nur spicy tomato sauce. Ich fragte noch, wie scharf („not too spicy, it won’t burn“), aber nach der Erfahrung mit dem Mexikaner am Mittag war mir nicht wirklich nach weiteren Experimenten zumute.

Netterweise verwiesen mich die beiden dann im gleichen Restaurant an das „girl at the sandwich bar“ zwei Meter, weil sie auf jeden Fall glutenfreie Brötchen hat.
Die beiden hatten Recht und so kam ich doch noch zu etwas Essbarem, bevor der Flieger gen Heimat abhob.

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Glutenfreie Sandwiches mit Salat, Oliven und Hühnchen bei Alcock & Brown, im Dublin Airport.

Die nette Dame hatte wirklich Kompetenz in Sachen glutenfrei und hat mir die Brötchen abgepackt gezeigt und gefragt, ob ich damit einverstanden bin. Sie sind alle so freundlich und zuvorkommend auf der Insel, es ist entzückend!
Und weil die glutenfreien Brötchen ihrer Meinung nach so klein sind, hat sie mir gleich zwei Stück gemacht. Ohne Aufpreis, einfach so.
Den Belag konnte ich selbst zusammenstellen und sie hat für das Aufbacken einen anderen Ofen und ein frisches Blech mit frischem Backpapier verwendet. Auch vor dem Belegen der Brötchen hat sie frische Handschuhe angezogen, damit sie meine Brötchen nicht kontaminiert. Ich sagte ihr, dass das nicht nötig ist, aber sie ließ sich nicht davon abhalten ;)
Das machte einen deutlich beruhigerenden Eindruck, als bei den beiden etwas planlos wirkenden Jungs an der heißen Theke zuvor.

Geschmacklich war das Ganze echt prima – die Iren wissen definitiv, wie man leckere Sandwiches macht. Die Brötchen waren aus dem Supermarkt im Dunnes Store – aufgetoastet sind die echt mega, da gibt es nichts zu meckern.

Das ist mein Beitrag zum glutenfreien Essen in Dublin unserer Reise :)
Morgen folgen dann weitere Posts über die Restaurants, die wir während unserer Tagesausflüge besucht haben und natürlich zeige ich euch auch noch, was ich aus dem Supermarkt alles mitgebracht habe :)

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Written by Laura

liebt es in der Küche herumzuwurschteln, ganz besonders wenn es ums Backen geht.

Glutenfrei seit Januar 2014, laktose- und weizenfrei seit September 2010.