Magic is something you make

Magic is something you make; Foto: Pexels

Huch!
Eigentlich wäre es an dieser Stelle Zeit für einen Artikel aus der immer wieder sonntags Reihe.
Da dieses Wochenende aber vollgepackt ist (mit Geburtstagen und anderen schönen Dingen), wird mir ziemlich sicher die Zeit für den Wochenrückblick fehlen.

Aus diesem Grund habe ich etwas anderes für euch vorbereitet – eine Premiere!
Ich lese selbst gerne List-Posts und dachte mir, dass das vielleicht auch etwas für euch sein könnte.

2013 habe ich damit begonnen einen Roman zu schreiben. Den ersten Teil DESTINED – Sommerregen* habe ich letztes Jahr veröffentlicht und seitdem viele Fragen und Feedback gehört.
Also will ich euch heute 5 Dinge verraten, die ihr auf keinen Fall zu einem Autor sagen solltet.

1. Reich wirst du damit aber nicht.

„Ich habe gesehen, dass du ein Buch veröffentlicht hast!“
„Ja, das stimmt.“
„Was verdient man da so?“
„Zwischen 1 und 3 Euro pro verkauftem Buch.“
„Oh. Reich wirst du damit aber nicht.“

Ich weiß nicht mehr, wie oft ich diesen Dialog im Verlauf der letzten 14 Monaten geführt habe. Irgendwann habe ich aufgehört zu zählen. Und es aufgegeben mich zu erklären. Wer bitteschön hat das Gerücht in die Welt gesetzt, dass Bücher schreiben reich macht?

Jeder Autor wünscht sich, dass er mit dem Verkauf seiner Bücher Geld verdienen wird. Jeder Autor hofft, dass sein Roman von vielen Menschen gelesen und geliebt wird. Jeder Autor geht gedanklich das Casting der Schauspieler für den Hollywood Blockbuster durch, während der Kaffee in der Tasse kalt wird und der Regen gegen die Fensterscheibe trommelt.
Aber reich werden?

Die meisten Autoren schreiben nicht, um reich zu werden – auch wenn niemand etwas dagegen hat, wenn der Fall der Fälle eintritt.
Aber das ist nicht der ursprüngliche Grund: Autoren schreiben um zu schreiben.
Auch auf die Gefahr hin, dass das wie der abgedroschenste Satz des ganzen Universums klingt: Schreiben macht reich. In erster Linie in jeder Hinsicht, die nichts mit materiellem Reichtum zu tun hat.

2. Bist du überhaupt eine richtige Autorin?

Gerne mit dem Zusatz Kann ja nicht jeder eine J.K. Rowling sein.

Letzteres hat einen wahren Kern. Nicht jeder, der Geschichten schreibt, ist der nächste Stephen King oder die nächste J.K. Rowling. Aber will man das überhaupt? Ist es nicht viel spannender, seine eigene Stimme zu haben? Und wenn man nicht die neue Diana Gabaldon ist: Macht dieser Umstand einen Autor weniger echt?

Mal nachdenken: Ich habe auf über 500 Seiten Ellies Geschichte erzählt, die auf wundersame Weise den Weg von meinen Gehirnwindungen in meinen Laptop gefunden hat. Ich habe die Geschichte durch zwei Lektorate gebracht, editiert, verbessert und veröffentlicht.
In meinem Büro stapeln sich ordnerweise die Notizen meiner Recherchen und es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an Ellie denke.

Ich habe fast ausschließlich jeden Tag an Sommerregen geschrieben und arbeite aktuell an der Fortsetzung.

Ich schreibe und das regelmäßig. Das ist es, was Autoren tun. Ja, verdammt! Ich bin eine richtige Autorin.
Eine Frage am Rande: Was soll eine nicht-richtige Autorin überhaupt sein?

3. Ich schreibe demnächst auch ein Buch.

Oh ja, klar doch. Nichts für ungut.

Der erste Reflex, den viele Leute haben ist zu sagen Oh, das wollte ich auch die ganze Zeit schon machen und eigentlich habe ich auch schon ein halbes Buch in meiner Nachttischschublade liegen. Ich habe es nur noch nicht zu Ende geschrieben, weil…
Und dann werden alle Gründe aufgezählt, die einem so einfallen. Keine Zeit, die Kinder, die Hunde, die Blumen, Käskuchen.

Versteht mich nicht falsch – jeder, der Bücher schreiben will sollte das unbedingt tun. Ich bin die Erste, die applaudiert.
Aber bitte: Macht es einfach und sagt es nicht nur, weil es jemand anderes in die Tat umgesetzt hat und ihr euch deshalb schlecht fühlt.

Wisst ihr, Jordan Belfort hat recht: The only thing standing between you and your goal is the bullshit story you keep telling yourself as to why you can’t achieve it.

4. Bist du arbeitslos, oder woher nimmst du die Zeit zum Schreiben?

Auch eine sehr beliebte Frage. Woher kommt die Zeit bloß?

Ich würde gerne sagen, dass mein Tag mehr als 24 Stunden hat oder dass ich stolze Besitzerin eines Time Turners bin, wie Hermione Granger. Beides ist nicht wahr – leider!

Die Auflösung des Rätsels um die Schreibzeit ist ziemlich ernüchternd. Das Geheimnis ist nicht, dass ich arbeitslos bin. Hallo? Ich muss Miete zahlen, Essen kaufen und hin und wieder Geld für Bücher und Filme auf den Kopf hauen.
Die Wahrheit ist so langweilig wie unspektakulär: Ich nehme mir die Zeit einfach.

It’s not about having time. It’s about making time.
Ja, ich weiß. Auch das klingt wie ein abgegriffener Kalenderspruch. Aber es ist wahr. Ich setze mich einfach jeden Abend nach der Arbeit hin und besuche Ellie für ein paar Stunden. So einfach, und manchmal auch so schwer.

5. Du hast so ein Glück, dass dich die Muse dauernd küsst!

Hahahahaha. Geht gleich wieder.

Tatsächlich glauben die meisten nicht schreibenden Menschen, dass man als Autor an seinem Schreibtisch sitzt, auf dem Bleistift rumkaut und eine Erleuchtung nach der anderen hat.
Der Teil mit dem Schreibtisch und dem Bleistift stimmt nur allzu oft, aber letzteres? Not so much.

Es ist desillusionierend, aber die Wahrheit ist, dass sich die Muse meistens überall rumtreibt – nur nicht bei dem Autor, der gerade vor seinem Manuskript sitzt und sich die Haare ausreißen möchte.
Die Muse schaut genau dann vorbei, wenn man weiterarbeitet und sie in Ruhe lässt. Es hat keinen Zweck an ihr zu zerren, sie herbeizuwünschen oder einfach nur die Wand anzustarren und zu warten.

Man mag es kaum glauben, aber Schreiben ist Arbeit. 95% der Zeit sitzt man vor dem Laptop und haut in die Tasten, obwohl man das Gefühl hat, dass jedes Wort Müll ist. Aber was soll’s! Während des Editierens streicht man den Unsinn einfach wieder raus oder schreibt ihn um. Zum Glück ist ein Autor kein Gehirnchirurg: Nicht jeder Move muss beim ersten Mal perfekt sitzen.

Und während man so vor sich hin schreibt und alles für bekloppt befindet, dann überfällt sie einen, die Muse. Wenn man fleißig dabeibleibt und nicht locker lässt, dann stattet einem die Muse in raren Momenten einen Besuch ab. Elizabeth Gilbert hat ein wunderbares Buch (Big Magic*) zu diesem Thema geschrieben.


Ich hoffe, euch hat mein erster List Post gefallen!
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Written by Laura

liebt es in der Küche herumzuwurschteln, ganz besonders wenn es ums Backen geht.

Glutenfrei seit Januar 2014, laktose- und weizenfrei seit September 2010.