Ihr Lieben,

bereits in meinem letzten Beitrag habe ich über den Pizzaboden aus dem bofrost*free Testpaket berichtet.
Heute geht es weiter und zwar mit der glutenfreien Lasagne.
Bofrost_Package

Ich traue mich inzwischen hier und da an ein paar Milchprodukte heran, nachdem mein Allergietest nun einige Zeit zurückliegt und ich neu auslote, wie mein Immunsystem so reagiert. In kleinen Dosen, die ich wohl überlegt und verteilt in meinen Speiseplan schmuggele, funktioniert das recht gut, also habe ich mich an das Lasagne Projekt herangewagt.

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Ich schätze, wir alle kennen die Aufmachung von Lasagnen aus dem Tiefkühlregal:
In einer Papp- oder Aluschachtel befindet sich das Objekt der Begierde noch in gefrorenem Zustand. Viel zu sehen ist selbstverständlich noch nicht, aber uns interessiert ja auch nur, wie das Ganze schmeckt, wenn es heiß und fettig auf unserem Teller landet, richtig? ;) Also schauen wir uns erst einmal die Zutaten an.

Die Zutaten

Puh. Ja. Die Zutatenliste.
Allergentechnisch kann man sich weitestgehend nicht beschweren. Die Nudeln sind logischerweise glutenfrei, beim Käse fiel die Wahl auf Emmentaler, der laktosefrei ist. Wenn man Schwierigkeiten mit Eiern hat, muss man dieses Produkt allerdings vom Speiseplan streichen – die sind nämlich im Nudelteig enthalten.
Ansonsten liegt für eine Fertiglasagne durchaus alles im grünen Bereich, auch wenn man einige Konzentrate auf der Liste findet. Aber bei einem fertigen Endprodukt muss der Geschmack ja irgendwo herkommen.

Zutaten: Bolognesesoße 55% (Rindfleisch 18% (Rindfleisch 97%, Rinderfett), Tomatenpulpe 9%, geschälte Tomaten, Tomatensaft), Tomatenkonzentrat, Zwiebeln frittiert (Zwiebeln, Sonnenblumenöl), Zwiebeln, Karotten, Wasser, Sellerie, modifizierte Maisstärke, Knoblauch, Speisesalz, Rinderfond (Rindfleischextrakt, Speisesalz), Zucker, Basilikum, Zwiebelsaftkonzentrat, Karottensaftkonzentrat, Thymian), Käsesoße laktosefrei 20% (Wasser, Emmentaler**, modifizierte Maisstärke, Rapsöl, Salz, Zucker, Muskat gemahlen), Nudeln gegart glutenfrei 19% (Wasser, Reismehl, Eier, Maismehl, modifizierte Maisstärke, Verdickungsmittel (Xanthan, Guarkernmehl)), Emmentaler** 5%.

 

Die Zubereitung

Die bofrost*free Lasagne lässt sich entweder in der Mikrowelle oder im Backofen zubereiten.
Die Mikrowellenzubereitung punktet natürlich enorm, was den zeitlichen Aufwand angeht (12 Minuten bei 600 Watt), allerdings muss man dazu eine Mikrowelle sein Eigen nennen. Macht Sinn? Macht Sinn! ;)

Im Backofen braucht das italienische Gericht bei 200°C Umluft etwa 40 Minuten.
Ich habe die gefrorene Lasagne in eine Auflaufschale gesetzt, da ich eine absolute Aversion gegen diese Fertigschalen hege, aber das ist ein persönliches Ding, also nichts für ungut :D

Beim Backen riecht die Lasagne wirklich sehr lecker und man freut sich schon auf ein glutenfreies Pastafest.
Nach den 40 Minuten im Ofen sieht das Ergebnis dann so aus:

lasagne-fertig lasagne-teller

Mein Fazit

Nachdem die glutenfreie Lasagne aus dem Ofen heraus meine Küche mit leckerstem Duft erfüllt hat, wurde meine Erwartung quasi durch die Decke katapultiert. Ich bin ein absoluter Garfield Pasta Junkie und wann immer es geht stehe ich in der Küche und mache selbst Lasagne. Inzwischen ist das leider seltener geworden, da ich die fertigen, glutenfreien Platten hier nirgends mehr bekomme. Nudelteig selber machen ist zwar eine Option, geht aber zeitbedingt maximal am Wochenende.
Aber zurück zur bofrost*free Lasagne:
Ich weiß, dass man bei Tiefkühllasagne keinen besonders hohen Anspruch haben darf, was die Optik angeht.
Natürlich können die geschichteten Nudelplatten sich nicht auf den Teller beamen, als würden sie gerade beim Italiener um die Ecke frisch serviert. Keine Frage.
Diese Lasagne sieht genau so aus, wie man es von den Fertigprodukten her kennt:
Die Platten verschieben sich beim Garen, so dass das Endergebnis auf dem Teller recht „platt“ aussieht. Das Problem zwischen Abbildung auf der Packung vs. Realität – ihr kennt das. Aber an dieser Stelle will ich noch gar keine Punkte abziehen.

Mir ist sofort aufgefallen, dass diese Lasagne genau das gleiche Problem hat, wie auch die anderen Hersteller, die nicht glutenfrei produzieren:
Setzt man sie in eine eigene Form, tritt an den Seiten sehr viel Öl aus, was einem deutlich vor Augen führt wie viel Öl die fertigen Produkte enthalten.
Ich hatte mir vorgenommen nicht schon vorab mäkelig zu sein, also habe ich dem Geschmack eine faire Chance gelassen. Aber auch hier muss ich leider sagen, dass das Produkt meine Erwartungen nicht erfüllen konnte.
Dass eine fertige Lasagne niemals so schmeckt wie eine selbst gemachte – geschenkt.
Waren meine Erwartungen zu hoch gesteckt? Vielleicht.

Der oben aufgestreute Käse ging völlig unter, weil er geschmacklich mit der Käsesoße in keinster Weise konkurrieren konnte. Die Käsesoße schmeckte allerdings auch nicht nach besonders viel.
Außerdem frage ich mich: Wieso überhaupt Käsesoße?
Man möge mich korrigieren, aber in eine klassische Lasagne gehört Béchamel Soße, oder nicht?
Wie dem auch sei: Die Soßen-Kombi hat mich wirklich nicht vom Hocker gehauen.
Die Bolognese ist in Ordnung, aber im Zusammenspiel mit der Käsegeschichte nicht mein Ding.

Die Konsistenz der Nudelplatten war sehr weich, was ich allerdings nicht als groben Kritikpunkt anführen möchte. Bei selbstgemachtem Nudelteig kann ich dieses Phänomen besonders im glutenfreien Bereich auch oftmals beobachten. Sie sind nicht zu pappig, also kann man hier durchaus sagen, dass das in Ordnung geht.

Insgesamt finde ich das Gericht leider nicht allzu gelungen, obwohl ich von der bofrost*free Serie ansonsten wirklich schwer begeistert bin.
Das war, glaube ich, das erste Mal in meinem Leben, dass ich eine Lasagne nicht aufgegessen habe.
Vor allem an den Soßen müsste hier nochmal gebastelt werden, damit sich das Gericht geschmacklich in eine andere Richtung bewegt.
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Written by Laura

liebt es in der Küche herumzuwurschteln, ganz besonders wenn es ums Backen geht.

Glutenfrei seit Januar 2014, laktose- und weizenfrei seit September 2010.