Ihr Lieben,

seit Ende Dezember habe ich nun die zweite Ernährungsumstellung durch Allergien hinter mir und heute, nach fast acht Wochen, möchte ich ein kleines Zwischenfazit ziehen.

Von 2010 bis 2013 hieß es für meinen Ernährungsplan:
keine Laktose, kein Weizen und keine Eier
Jedenfalls ist das die grobe Zusammenfassung, wenn man von einigen anderen Dingen absieht, wie Blauschimmelkäse und solche Scherze.
Seit Dezember 2013 heißt es für mich nun:
keine Milch, kein Gluten (keine Haselnüsse, und noch einiges mehr)

Dass sich meine anfängliche Allergie gegen Weizen nun zu einer Allergie gegen Gluten (ja, gibt es wirklich. Nein, es ist keine Zöliakie. Ja, wurde gecheckt.) entwickelt hat, ist natürlich ärgerlich. Noch viel nerviger ist es, dass mein Immunsystem auch Bock darauf hat, Antikörper gegen Milcheiweiß zu produzieren. Diese beiden Allergien in Kombination haben schon echtes Nervpotenzial, denn wo vorher bei laktosefreien Produkten noch alles einigermaßen prima war, wenn man von den letzten Monaten vor dem Allergietest mal absieht, ist nun auch das alles tabu.
Das heißt, keine Schokolade, in der Butterreinfett enthalten ist, keine Produkte, in denen Milcheiweiß verarbeitet wurde, kein Quark, kein Joghurt, kein Käse. Die Liste ist lang.
Am Anfang dachte ich, es würde unheimlich schwierig werden, auf die Süßigkeiten zu verzichten, doch erstaunlicherweise fällt mir das gar nicht so schwer. Nach etwa einer Woche der Abstinenz war das mimimi-Gefühl überwunden und seitdem habe ich mich damit arrangiert.
Was mir viel mehr fehlt, ist tatsächlich Käse (und Quark, vor allen Dingen beim Backen.)
Ein leckeres Käsebrot, hach ja. Wer hätte gedacht, dass ich mal sagen würde, dass ich lieber ein Käsebrot hätte, anstatt Schokolade ;)

Beim Brot tue ich mich stellenweise auch ein wenig schwer. Ein paar Produkte gibt es, die mir wirklich schmecken, aber ich muss sagen, dass ich nicht täglich Lust auf glutenfreies Brot habe. Mal ganz abgesehen davon, dass das in einem finanziellen Debakel enden würde, ist es eben nicht 1:1 wie bei normalem Brot. Ich will gewiss nicht meckern, denn ich bin sehr dankbar dafür, dass es eine mittlerweile echt enorme Auswahl an glutenfreien Backwaren gibt.
Mir fehlt vor allem das selber backen, wie es mit Dinkelmehl möglich war. Mal eben Hamburgerbrötchen oder Fladenbrot selber backen – das ist im Moment nicht drin. Mit dem glutenfreien Mehl experimentiere ich zwar in der Küche herum, allerdings sind bislang noch 80% der Versuche für den Mülleimer, weil es einfach nicht so gelingt, wie es soll. Klar, es gibt schon Teilerfolge, wie z.B. der Biskuitteig, aber an das Verhalten vom glutenfreien Mehl muss ich mich echt noch gewöhnen. Es ist eben wieder einmal ein Umdenken und Neu-Lernen Prozess, manchmal geht das nicht so schnell, wie mein Ungeduldsgen es gerne hätte ;)

Diese Kombination der zu meidenden Allergene bringt es automatisch mit sich, dass das ein oder andere vegane Produkt den Weg in meine Küche gefunden hat. Ich war auch vorher nicht besonders anti-vegan eingestellt, aber ich bin teilweise doch positiv überrascht, wie gut, bzw. lecker viele vegane Produkte geworden sind. Wenn ich da beispielsweise an die Rice Whip „Sahne“ denke, dann finde ich, dass man damit ganz gut arbeiten kann :)
Aber ich gebe auch ganz ehrlich zu:
Es wäre gelogen, würde ich mich hier hinstellen und sagen „Yay! Seht her, ich bin jeden Tag super happy und mir fehlt überhaupt nichts!“.
Auch ich habe zwischendurch mal einen Hänger, wo ich sage „Ach scheiße, sind es echt erst acht Wochen? Es fühlt sich an, als wäre es schon ewig so, dass ich NICHTS essen darf.“
Manchmal steht man vor den vielen Angeboten im Supermarkt oder beim Bäcker und dann verflucht man die Allergien, weil alles so lecker aussieht.
Es wäre auch irgendwie komisch, wenn es anders wäre, denn immerhin habe ich mein ganzes Leben lang „normal“ gegessen, bis sich vor etwa 3 1/2 Jahren mehr oder weniger schlagartig alles veränderte. Wie sagt man so schön: Alte Gewohnheiten bekommt man nicht so schnell los (old habits die hard).

Wir sind hier ja unter uns: Ich habe letzte Woche eine Scheibe Käse gegessen. Gnihi. Auf glutenfreiem Brot. Ich weiß, die drei Monate des strikten Meidens sind noch nicht um, aber ich hab’s nicht mehr ausgehalten ;) Minimales Schummeln, also. Kommt nicht wieder vor, die nächsten vier Wochen werden wieder konsequent durchgehalten.

So weit also mein erstes Zwischenfazit.
Wie ich das momentan sehe, werde ich die milch- und glutenfreie Ernährung größtenteils auch nach den drei Monaten strikten Meidens weiterhin beibehalten und mir nur in winzigen Dosen hier und da mal etwas gönnen. Wie beispielsweise eine Scheibe Käse zum Abendbrot oder so, aber dann auch nicht täglich, sondern nur Ausnahmestatus und so. Mal schauen, wie das dann wird.

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Written by Laura

liebt es in der Küche herumzuwurschteln, ganz besonders wenn es ums Backen geht.

Glutenfrei seit Januar 2014, laktose- und weizenfrei seit September 2010.